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Aus dem Nähkästchen
Seit ich denken kann, hat irgendwo in meiner Nähe eine Nähmaschine gerattert. Das Nähen gehört für mich ganz selbstverständlich zur Familie – so selbstverständlich wie der Duft von frisch gebackenem Kuchen bei Oma oder die Kiste mit den Knöpfen, die irgendwie jeder Haushalt hatte.
Meine Tante hat Schneiderin gelernt und für die Kinder der Familie die allerschönsten Dinge genäht. Meine Oma und meine Mutter haben ebenfalls schon immer genäht. Wie habe ich mich früher über ein selbstgenähtes Kissen von meiner Oma oder einen Rock von meiner Mutter gefreut! In jedem einzelnen Stück steckte nicht nur Stoff und Garn, sondern auch ganz viel Liebe.
Als Tante Ema entstand, war deshalb ziemlich schnell klar: Das ist kein Ein-Frau-Projekt. Natürlich war die ganze Familie mit dabei. Meine Tante und meine Mutter haben für Tante Ema genäht und meine Oma hat – selbst im hohen Alter – noch das getan, was sie am besten konnte. Sie hat Webbänder aufgerollt, Reißverschlüsse verpackt und geholfen, wo sie nur konnte. Irgendwie ist Tante Ema deshalb immer auch ein kleines Familienprojekt geblieben.
Ich selbst hatte dabei immer das große Glück, Menschen um mich herum zu haben, die besser nähen konnten als ich. Vielleicht liebe ich das Nähen deshalb vor allem für seine wunderbare Alltagsmagie: Aus einem Stück Stoff kann plötzlich genau das entstehen, was man gerade braucht. Ein Beutel. Eine Kulturtasche. Ein Kissen. Gardinen fürs Kinderzimmer. Ein Geschenk für einen lieben Menschen. Oder einfach etwas, das es so nirgendwo zu kaufen gibt.
Ich finde, das ist das Schönste am Nähen überhaupt: Es passt sich nicht uns an – wir passen es an uns an.
Und genau darum soll es hier gehen. Um kleine und große Nähprojekte, praktische Ideen, Inspirationen, Tipps und vielleicht auch die ein oder andere Abkürzung, wenn die Zeit mal wieder zu knapp ist.
Also dann: Faden einfädeln, Stoff zurechtrücken und los geht’s. Willkommen „Aus dem Nähkästchen“.