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Über uns / Geschichte

Die Geschichte hinter Tante Ema

Wie aus einer Leidenschaft für Design eine Marke wurde – erzählt von Emanuela Pesché.

Kapitel 1

Wie alles anfing

Schon in der Schule wollte ich Grafikdesignerin werden. Meine Eltern aber empfahlen mir eine naturwissenschaftliche Laufbahn – also studierte ich erst einmal ein paar Jahre Agrarbiologie. Meine Kreativität ließ sich davon nicht unterdrücken: Schon während des Studiums entwarf ich für die Theatergruppe Plakate, Programmhefte, Eintrittskarten und Banner.

Dann machte ich Ernst. Ich absolvierte einen Mappenkurs und studierte Grafikdesign – in Deutschland und in Amerika. Die Zeit an der University of the Arts in Philadelphia und mein halbes Jahr bei der Agentur AvroKo in New York waren unglaublich inspirierend. Die Freiheit im Denken und die erfrischende Offenheit der kreativen Menschen, denen ich dort begegnet bin, vermisse ich bis heute.

Kapitel 2

Die Geburt von Tante Ema

Schon während des Studiums entwickelte ich Corporate-Design-Konzepte für Unternehmen. Meine Studienabschlussarbeit „redpaperfolds" krönte ich mit funktionalen Mustern. Und 2005 rief ich dann meine eigene Marke ins Leben: Tante Ema.

Warum Tante Ema nur ein M hat

Den Namen habe ich streng genommen nicht selbst erfunden. Ein Kollege in der Werbeagentur nannte mich irgendwann Tante Ema. Ema steckte natürlich in Emanuela. Warum er mir gleich noch die Tante dazugab, ist nicht überliefert. Aber der Name blieb hängen.

Als ich später einen Namen für meine eigene Marke suchte, fiel er mir wieder ein. Man kann schließlich wochenlang Namenslisten schreiben, Silben zusammenschieben und sich sehr wichtige Gedanken machen. Oder man stellt fest, dass ein Kollege einen längst passend benannt hat.

Tante Ema fühlte sich persönlich, freundlich und ein bisschen vertraut an. Und natürlich erinnerte der Name an den guten alten Tante-Emma-Laden: einen Ort, an dem es von allem etwas gab und ein nettes Gespräch manchmal genauso selbstverständlich war wie der eigentliche Einkauf.

Das fehlende zweite M ist also kein Tippfehler. Ema kommt von Emanuela.

Viele Jahre war Tante Ema vor allem für Stoffe, Muster und Nähideen bekannt. Heute passt auch die Verbindung zum Tante-Emma-Laden besser denn je. Aus dem Stoffregal wird wieder ein kleiner Gemischtwarenladen für Ideen.

Die erste Produktlinie war Papeterie – Notizblöcke, Lesezeichen, Geschenkpapiere, Geschenkanhänger und Postkarten, alle gestaltet mit meiner Vorliebe für alles Rot-Weiß-Getupfte. Die allererste Tasche nähte ich mit meiner Mutter am Küchentisch, aus genau so einem Stoff. Die ersten fünf Jahre lief Tante Ema „nur" nebenberuflich – bis ich 2010 meinen ersten Lizenznehmer traf und die Marke richtig Gestalt annahm.

„Manchmal ist Loslassen die mutigste Form von Verantwortung."

Kapitel 3

Das große Loft – und eine mutige Entscheidung

2011 zog Tante Ema in ein großes Loft. Dort waren der Store, der Kursbereich für Kinder und Erwachsene mit Nähgeburtstagen und das Designatelier zu Hause – das pulsierende Herz von Tante Ema. Eine Zeit lang hatte ich 14 Mitarbeiterinnen und etliche externe Freelancer.

Diese Jahre waren spannend, aufregend, anstrengend und manchmal auch traurig. Ich lernte etwas Wichtiges über mich: So groß, so geführt, war das nicht mein Weg. Also zog ich die Reißleine und schloss das Loft – noch vor der Pandemie. Im Rückblick war das eine der klügsten Entscheidungen, die ich getroffen habe.

Kapitel 4

Tante Ema heute

Heute betreibe ich den Online-Shop und unseren Lagerverkauf in Wolfach. Als Designerin entwickle ich weiterhin Muster, Marken und Ideen, für Tante Ema ebenso wie für andere Unternehmen und Stoffanbieter.

Aber Tante Ema ist heute mehr als Stoff und Design.

Aus der Marke, die viele vor allem aus dem Stoffregal kennen, wächst wieder eine ganze kleine Welt: mit Stoffen und Schnittmustern, in Handarbeit gefertigten Lieblingsstücken, Geschichten, kreativen Ideen und digitalen Helfern für Familien.

Ich möchte Menschen nicht nur etwas Fertiges geben. Ich möchte sie ermutigen, selbst etwas zu machen, ihre Kreativität hervorzuholen und herauszufinden, was ihre Hände schon lange einmal ausprobieren wollten.

Und ich möchte über die einfachen Dinge erzählen, die unseren Alltag zusammenhalten: Stoffreste, Familienrezepte, Knöpfe, Zwiebeln, Erdbeeren und all das, was selten einen großen Auftritt bekommt, obwohl ohne diese Dinge erstaunlich viel fehlen würde.

So wird Tante Ema heute wieder zu dem, was im Namen schon lange angelegt war:

ein Gemischtwarenladen für Ideen.

Wofür Tante Ema heute steht

Kapitel 5

Meine Familie

Ich denke sehr gern an die Anfänge zurück – und bin dankbar, dass meine Familie mit all ihren Talenten einen Platz in Tante Ema gefunden hat. Meine Mutter ist eine großartige, kreative Näherin, die immer an mich geglaubt und sich jeden Tag engagiert hat. Meine Tante war in der schwierigen Anfangszeit eine wichtige Stütze, und meine Oma hat mir immer Liebe und Fürsorge geschenkt. Mein Vater war ein verlässlicher Rückhalt – und mein Mann Raphaël der beste, den ich mir je hätte wünschen können. Unsere beiden Kinder sind mein größtes Glück.

Was bleibt

Was mich antreibt

Meine Leidenschaft ist es, Ideen zu entwickeln und sie Wirklichkeit werden zu lassen. Aber inzwischen geht es mir nicht mehr nur um meine eigenen Ideen.

Ich möchte Menschen ermutigen, ihre Kreativität wiederzuentdecken, mit den Händen etwas entstehen zu lassen und im Einfachen das Besondere zu sehen.

Designerin, Unternehmerin und Mutter zu sein, all das miteinander zu verbinden und daraus immer wieder etwas Neues zu machen, ist für mich noch immer das Beste, was mir je passiert ist.

Und jetzt

Schau dich um – oder tauche tiefer ein.