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Menschen & Handwerk25. Juli 2026 · 4 Min. Lesezeit · Gutach, Kirnbach, Hornberg-Reichenbach

Der Bollenhut — mehr als ein Klischee

Rot heißt: ledig. Schwarz heißt: verheiratet. Und beides heißt: viel Handarbeit.

Der Bollenhut ist Schwarzwald in einem Bild. Elf oder vierzehn Wollbommeln auf einem Strohhut, aufwendig gedreht und mit Fäden befestigt, das Ganze schwerer als es aussieht. Was viele nicht wissen: Er stammt nicht aus dem ganzen Schwarzwald, sondern aus drei Gemeinden – Gutach, Kirnbach und Hornberg-Reichenbach.

Die Farbe der Bollen erzählt, wer die Trägerin ist. Rote Bollen bedeuten: ledig. Schwarze Bollen: verheiratet. Das war früher ein durchaus praktisches Signal, heute ist es Tradition und Erinnerung zugleich.

Handarbeit, die sich lohnt

Ein Bollenhut ist keine Massenware. Die Bommeln werden von Hand gedreht, der Hut selbst aus Roggenstroh geflochten. Für einen vollständigen Hut braucht eine geübte Trachtenmacherin Tage. Und weil das so ist, wird ein Bollenhut oft weitergegeben – von der Großmutter, der Mutter, der Patin.

Wenn du einen Bollenhut in der Hand hältst, hältst du Stunden fest."
6 Rubriken im Buch.