Erst WhatsApp, dann weg: Stoffrausch-Angebote & kleine Lieblingsstücke landen zuerst in der WhatsApp-Gruppe 💬🤍

Pfützenzeit

Matschhose, Zwiebellook und trockene Füße: So kommen Kinder gut durch nasse Herbsttage

Mein Sohn war im Waldkindergarten. Und ich habe diese Zeit mindestens genauso geliebt wie er.

Klar, man musste gut ausgerüstet sein. Aber ihm hat es viel Spaß gemacht. Ich glaube, je schmutziger er war, desto mehr Spaß hatte er.

Die richtige Ausrüstung war dabei das A und O: wirklich wasserdichte Schuhe und eine gute Regenhose. Und die Hose darunter musste eine Thermohose sein, besonders im Winter.

Jeder kann sich doch noch daran erinnern, wie gern man selbst in Pfützen gesprungen ist. Ob es gerade geregnet hat oder nicht. Nass werden, schmutzig werden. Das ist so eine schöne Unbeschwertheit.

Deswegen dürfen Erwachsene gern mitmachen. Auch wenn man selbst nicht die passende Ausrüstung hat: Den Spaß mit dem Kind vergisst man nicht.

Damit am Ende nur der Spaß in Erinnerung bleibt und nicht das Frieren, kommt hier alles, was an den Körper und in den Matschbeutel gehört.

Zwiebellook: Schälen erlaubt

Im Herbst wechselt das Wetter oft mehrmals am Tag. Morgens ist es kalt, mittags scheint die Sonne, nachmittags regnet es. Mehrere dünne Schichten lassen sich nach und nach ausziehen, wenn es wärmer wird, und wieder anziehen, wenn nicht. [1] Wie bei der Zwiebel eben. Nur ohne Tränen.

SchichtAufgabeZum Beispiel
Untenliegt direkt auf der HautBody oder Unterhemd, an kalten Tagen lange Unterhose
Mittehält warmPulli, Fleece oder Strickjacke, an den Beinen eine Thermo- oder Fleecehose – im Winter unverzichtbar
Außenhält Wind und Wasser abMatschhose, Regenjacke oder Matschanzug
Dazuschützt Kopf, Hände und FüßeMütze, Loop, Handschuhe, warme Socken

Für die unterste Schicht passt Baumwolle an ruhigen Tagen. Wer viel tobt und schwitzt, ist mit Wolle oder Wolle-Seide oft besser dran, weil sie auch etwas feucht noch wärmt. Eine Mütze gehört im Herbst fast immer dazu. [1]

Warm genug? Der Griff in den Nacken

Kalte Hände sagen wenig. Ob einem Kind zu warm oder zu kalt ist, fühlst du besser am Nacken oder am Rücken. Ist die Haut dort feucht, darf eine Schicht weg. Fühlt sie sich kühl an, kommt eine dazu. [1]

Ein Kind, das rennt, klettert und springt, friert oft weniger als die Erwachsenen, die daneben stehen und zuschauen. Zieh es deshalb nicht nach deinem eigenen Gefühl an der Bushaltestelle an.

Matschhose, Buddelhose, Regenhose: Hauptsache dicht

Pfützen ziehen Kinderstiefel magisch an. Mit Anlauf. Deshalb zuerst zur Hose. Die Namen gehen durcheinander. Gemeint ist meistens dasselbe: eine wasserdichte Hose für draußen, oft als Latzhose mit Trägern. Darauf kommt es an:

  • Latz und Träger halten die Hose oben, auch wenn das Kind sitzt, rutscht oder im Sand gräbt.
  • Gummizug oder Steg am Bein verhindern, dass die Hose hochrutscht und Wasser in den Stiefel läuft.
  • Verschweißte oder abgeklebte Nähte lassen weniger Wasser durch.
  • Ungefütterte Hosen sind vielseitiger: Mit Zwiebellook darunter passen sie vom Herbst bis ins Frühjahr. Gefütterte Modelle sind an kalten Tagen gemütlich, bei Sonne aber schnell zu warm.

Beim Kauf ruhig etwas Luft lassen, damit Pulli und lange Unterhose darunter passen. Zu lang sollte die Hose aber nicht sein. Wer über die eigenen Hosenbeine stolpert, landet schneller in der Pfütze als geplant.

Leuchten erwünscht

Im Herbst wird es früh dunkel, und der Heimweg liegt manchmal schon in der Dämmerung. Wie früh Autofahrer ein Kind sehen, hängt stark von der Kleidung ab. In dunkler Kleidung ist ein Kind schon ab etwa 25 Metern kaum noch zu erkennen, in heller Kleidung ab etwa 40 Metern. Mit reflektierender Kleidung ist es bis zu 150 Meter weit sichtbar. [2]

Reflektierende Streifen an Jacke, Hose, Schuhen und Rucksack helfen deshalb viel. Eine dunkelblaue Matschhose ist praktisch. Eine gelbe ist praktisch und sichtbar.

Wasserdicht ohne Chemie-Ballast

Wasserabweisende Kinderkleidung wurde lange mit per- und polyfluorierten Chemikalien ausgerüstet, kurz PFAS. Diese Stoffe sind sehr langlebig, einige stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. In einem internationalen Test, über den Stiftung Warentest 2024 berichtete, enthielten 35 von 56 Kinder-Outdoorjacken PFAS. [3]

Ab dem 10. Oktober 2026 verbietet die EU bestimmte PFAS in Kleidung für Verbraucher, nämlich die Undecafluorhexansäure (PFHxA) und verwandte Stoffe. Andere PFAS sind davon nicht erfasst. [4]

Wasserabweisend geht auch ohne PFAS. [3] Achte beim Kauf auf den Hinweis „PFAS-frei“ oder „PFC-frei“ und frag im Zweifel nach. Das gilt auch für Gebrauchtes: Secondhand ist oft eine gute Wahl, die Kleidung kann aber aus einer Zeit stammen, in der solche Ausrüstungen noch üblicher waren.

Wasserdicht heißt wasserdicht

Die Schuhe müssen wirklich wasserdicht sein. Sonst hilft die beste Matschhose nichts. Gummistiefel sollten vorn etwa eine Daumenbreite Platz haben. Liegt dein Kind zwischen zwei Größen, darf es die größere sein. [5]

Ungefütterte Stiefel werden mit dicken Socken auch an kühlen Tagen warm genug. Für richtig kalte Tage gibt es gefütterte Modelle. Eine herausnehmbare Einlegesohle macht den Stiefel bequemer und lässt sich abends zum Trocknen herausnehmen. [5] Nasse Stiefel über Nacht mit Zeitungspapier ausstopfen.

Und wenn trotzdem Wasser oben hineinläuft: Das passiert. Genau dafür gibt es Ersatzsocken.

Nach dem Matsch ist vor dem Matsch

Die gute Nachricht: Matsch ist geduldig. Erst trocknen lassen. Getrockneter Dreck lässt sich mit einer weichen Bürste abbürsten, und die Hose muss nicht nach jedem Spaziergang in die Maschine. [6]

Wenn doch: zuerst das Pflegeetikett lesen. Meist verträgt eine Matschhose einen Schonwaschgang bei 30 bis 40 Grad mit Flüssigwaschmittel. Waschpulver und Weichspüler lässt du besser weg, weil sie die Beschichtung angreifen und Rückstände hinterlassen können. [6]

Zum Trocknen an einen warmen, trockenen Ort hängen. Perlt das Wasser nicht mehr ab, hilft ein Imprägniermittel, am besten ein PFAS-freies. [3, 6]

Wie es beim Waschen weitergeht – welcher Fleck welche Temperatur braucht, was wirklich in die Maschine darf und wie sie selbst wieder sauber wird – steht in Tante Emas Waschküche.

Pfütze, Hose, Haken

Eine Matschhose macht aus einem Regentag keinen Sonnentag. Aber sie macht aus einer Pfütze eine Einladung statt eines Problems. Und abends sitzt da ein Kind mit roten Backen, das müde ist und ziemlich zufrieden aussieht. Die Hose hängt übrigens am Haken daneben. Voller Matsch. Hat sich gelohnt. Also: Hose an, Stiefel an, raus. Und wenn du magst: Spring mit!

Quellen

Deine Gedanken dazu

Schreib Tante Ema, was du denkst – dein Kommentar erscheint nach einer kurzen Prüfung hier.

Weitersagen lohnt sich

Wenn dir der Beitrag gefällt, freut sich Tante Ema doppelt, wenn du ihn weiterreichst.

Pinterest-Karte: Tante Ema