Erst WhatsApp, dann weg: Stoffrausch-Angebote & kleine Lieblingsstücke landen zuerst in der WhatsApp-Gruppe 💬🤍

Kopfsache

Kissengrößen, Gewicht und Füllung: Welches Kopfkissen zu dir passt

Früher hatten mein Mann und ich die gleichen Kissen. Das Bett sah schön gemacht aus, und damit war das Gespräch beendet. Wenn etwas verändert wurde, haben wir das gemeinsam entschieden.

Aber über die Jahre hat jeder von uns seine eigenen Bedürfnisse entwickelt. Heute habe ich zwei kleinere Kissen. Mein Mann hat ein Traversin und ein kleines Kissen. Das Traversin wurde extra für ihn genäht, genau in den Maßen, die für uns passen. Für mich ist das das perfekte Beispiel, warum ich Nähen so toll finde.

Und das Bett? Sieht immer noch schön gemacht aus. Auch wenn die Kissen nicht mehr gleich sind.

Beim Kissenkauf hat mich allerdings eine Sache immer ratlos gemacht: das Gewicht. 500 Gramm, 800 Gramm, 1.000 Gramm. Ich konnte mir darunter nie wirklich etwas vorstellen und habe im Grunde geraten. Deshalb gibt es diesen Artikel. Welche Kissengrößen gibt es? Welches Gewicht passt wofür und für wen? Und was machen Allergiker?

Von Quadrat bis Wurst: Welche Kissen es gibt

GrößeWofür
80 × 80 cmDas klassische deutsche Kopfkissen. Großzügig, lässt sich drehen und gut zum Anlehnen. [1, 2]
40 × 80 cmNur Kopf und Nacken liegen darauf, die Schulter bleibt auf der Matratze. Beliebt bei Seiten- und Bauchschläfern. [1, 2]
40 × 60 cmKleineres Kissen zum Schlafen, als zweites Kissen oder zur Deko. [2]
15 × 40 cmKleine Nackenrolle, auch für unterwegs oder das Sofa. [2]
40 × 145 cm und längerSeitenschläferkissen zum Umarmen und Abstützen. [3]
TraversinLange, runde Nackenrolle, die quer im Bett liegt. Gibt es in verschiedenen Längen oder nach Maß genäht.

Babys schlafen übrigens ohne Kopfkissen. [4]

Bevor ein neues Format einzieht: Bezüge nachmessen. Ein 40er-Kissen im 80er-Bezug sieht aus wie ein Kind im Mantel vom großen Bruder.

80 × 80 oder 40 × 80? Die große Formatfrage

Das große quadratische Kissen ist oft weicher gefüllt, und beim Seitenschlafen rutscht die Schulter leicht mit aufs Kissen. [1] Das schmalere Format ist so bemessen, dass die Schultern auf der Matratze bleiben und die Wirbelsäule gerader liegt. Wer abends gern halb sitzend im Bett liest, findet es dagegen manchmal knapp. [1]

Und manchmal ist die Antwort: beides. Oder zwei kleine. Oder ein Traversin. Hauptsache, es passt zu dir.

Wie liegst du denn so?

Das Kissen soll den Kopf so stützen, dass die Wirbelsäule vom Hals bis zum Becken möglichst eine gerade Linie bildet. Wie hoch und fest es dafür sein muss, hängt davon ab, wie du liegst. [5]

Du schläfst meist …Das Kissen sollte …
auf der Seitefest und höher sein, damit es den Abstand zwischen Kopf und Schulter ausfüllt.
auf dem Rückenmittelhoch und mittelfest sein, damit der Nacken in Linie bleibt.
auf dem Bauchweich und sehr flach sein oder ganz fehlen, damit der Nacken nicht überstreckt wird.
mal so, mal sosich gut formen lassen, zum Beispiel mit verstellbarer Füllung.

Auch die Matratze spielt mit: Sinkt die Schulter tief ein, braucht es weniger Kissenhöhe als auf einer festen Matratze. [5] Und wer auf die Frage „Wie liegst du?“ mit „Kommt drauf an“ antwortet: Willkommen im Club der Wechselschläfer.

500 Gramm Wolke oder 500 Gramm Sandsack?

Die Grammzahl auf dem Etikett ist meistens das Füllgewicht. Gemeint ist also nur die Füllung, ohne Hülle.

Diese Zahl hilft nur, wenn du Gleiches mit Gleichem vergleichst: gleiche Größe und gleiche Füllung. 500 Gramm Daunen sind eine bauschige Wolke. 500 Gramm Dinkelspelz wären ein ziemlich flaches Säckchen. Ein Dinkelspelzkissen in 40 × 80 bringt schnell über zwei Kilo Füllung auf die Waage. [6]

Ein Bettwarenanbieter nennt diese Mindestmengen als Orientierung für die Festigkeit eines Kopfkissens: [7]

Größeweichmittelfest
40 × 80 cmab 400 gab 500 gab 600 g
80 × 80 cmab 700 gab 900 gab 1.100 g

Für Spelz-, Schaum- oder Latexkissen gelten diese Zahlen nicht. Dort sagt das Gewicht wenig über die Festigkeit.

Zusammen mit der Schlafposition heißt das: Seitenschläfer greifen eher zu den höheren Werten, Rückenschläfer zur Mitte, Bauchschläfer zu den niedrigen. [5, 7]

Mehr Daunen, weniger Gramm

Bei Daunen und Federn kommt noch das Mischverhältnis dazu. Je höher der Daunenanteil, desto weicher wird das Kissen. Weil Daunen leichter sind, braucht ein Kissen mit mehr Daunen für dasselbe Volumen weniger Gewicht. Ein handelsübliches Halbdaunenkissen kann zum Beispiel 1.000 Gramm wiegen, ein vergleichbares Dreivierteldaunenkissen nur 900 Gramm. [8]

„Halbdaune“ heißt dabei nicht halb Daunen: Gemeint waren früher 15 Prozent Daunen und 85 Prozent Federn. „Dreivierteldaune“ stand für 30 Prozent Daunen. [8] Da hat sich jemand einen kleinen Spaß erlaubt. Schau deshalb lieber auf die genaue Prozentangabe.

Drei Zimmer, Küche, Kissen

Dreikammerkissen verbinden beides: In der mittleren Kammer stecken Federn für die Stütze, in den äußeren Kammern weichere Daunen. [8] Eine kleine WG: Die Federn machen die Arbeit, die Daunen sorgen für Gemütlichkeit.

Und was steckt drin?

Daunen und Federn

Weich, anschmiegsam und formbar. Daunen und Federn halten die Wärme gut, was im Winter angenehm und im Sommer manchen zu warm ist. [5] Wie bei der Bettdecke lohnt sich ein Blick auf die Herkunft der Daunen.

Kunstfaser

Die Unkomplizierte im Kissenschrank: leicht und oft waschbar. Wie warm gewaschen werden darf, steht auf dem Etikett. [9]

Schaum und Nackenstützkissen

Formstabil, oft mit Wellenform für den Nacken. Schaum mit Luftkammern kann angenehm kühl bleiben. [5] Viele dieser Kissen lassen sich nicht waschen; dann kommt nur der Bezug in die Maschine. [9]

Dinkel- und Hirsespelz

Die Spelzen passen sich dem Kopf an und rascheln ein wenig. Einschlafmusik inklusive. Gewaschen wird nur der Bezug. Die Füllung wird gelüftet und bei Bedarf ersetzt. [10]

Kapok

Die Pflanzenfaser gilt als eine der leichtesten Naturfasern und wird auch Pflanzendaune genannt. [11]

Allergisch? Erst mal: worauf?

„Für Allergiker“ klingt eindeutig. Ist es aber erst, wenn klar ist, worauf jemand reagiert.

Hausstaubmilben

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund empfiehlt, Bettzeug regelmäßig bei mindestens 60 Grad zu waschen oder allergendichte Zwischenbezüge zu verwenden, sogenannte Encasings. [12] Ein Kissen, das 60 Grad verträgt, ist also eine gute Wahl. Das Etikett muss es erlauben.

Die Bettwäsche, also auch der Kissenbezug, soll bei einer Hausstaubmilbenallergie wöchentlich bei 60 Grad gewaschen werden. [13] Das Kissen selbst darf öfter in die Maschine als die sonst üblichen sechs bis zwölf Monate. [9]

Materialien und Duftstoffe

Wer auf ein bestimmtes Material reagiert, wählt eine andere Füllung und klärt das im Zweifel ärztlich. Wer auf Duftstoffe reagiert, nimmt duftstofffreies Waschmittel. [13]

Probeliegen erlaubt

Ob ein Kissen passt, zeigt sich erst nach ein paar Nächten. Die erste Nacht auf etwas Neuem fühlt sich fast immer fremd an. [5] Liebe auf den ersten Blick ist bei Kissen selten, Liebe nach der dritten Nacht deutlich häufiger. Frag beim Kauf nach Rückgabe- oder Probeschlafmöglichkeiten. Und wenn Nacken- oder Kopfschmerzen trotz passendem Kissen bleiben, gehört das in ärztliche Hände und nicht in den Kissenschrank.

Der Bezug öfter, das Kissen seltener

Der Kissenbezug wandert regelmäßig mit der Bettwäsche in die Maschine. Das Kissen selbst braucht deutlich seltener eine Wäsche: ÖKO-TEST nennt alle sechs bis zwölf Monate als Anhaltspunkt. Gründliches Lüften zwischendurch kann einen Waschgang sparen. [9]

Vor dem Waschen immer zuerst aufs Etikett schauen. Ein durchgestrichenes Waschbottich-Symbol heißt: Reinigung statt Maschine. Daunen- und Federkissen am besten mit Daunen- oder Feinwaschmittel waschen und danach im Trockner mit zwei, drei Tennisbällen aufschütteln. An der Luft dauert das Trocknen lange, und ein innen feuchtes Kissen wird muffig. [9]

Ein kleiner Trick: Kissen vor dem Waschen und nach dem Trocknen wiegen. Ist es hinterher schwerer, steckt noch Wasser drin. [14] Hier ist die Waage also doch einmal nützlich.

Wann ein Kissen in Rente darf

Ein festes Ablaufdatum gibt es nicht. Die Angaben reichen je nach Quelle von ein bis drei Jahren bis zu etwa fünf Jahren. [5, 14] Verlässlicher sind die Zeichen, die das Kissen selbst gibt:

  • Die Füllung wird auch nach dem Waschen nicht mehr locker.
  • Flecken gehen nicht mehr heraus.
  • Der Stoff ist beschädigt oder die Füllung tritt aus.
  • Das Kissen ist deutlich flacher geworden und stützt nicht mehr. [14]

Und wenn du morgens öfter mit dem Kissen ringst als abends mit dem Einschlafen, darfst du auch das als Zeichen nehmen. Was mit einem ausgedienten Kissen passieren kann, steht bei der Bettdecke. Für Kissen gelten dieselben Regeln.

Kissen nach Maß

Das Traversin meines Mannes zeigt, was Selbernähen kann: Länge und Dicke bestimmst du selbst. Kein Standardmaß, sondern genau das, was in euer Bett passt.

Ein einfacher Einstieg ist ein Kissenbezug mit Hotelverschluss. Er kommt ohne Knöpfe und Reißverschluss aus: Eine eingeschlagene Stofflasche hält das Kissen im Bezug.

Für ein Kissen 40 × 80 cm brauchst du ein Stoffstück von 42 × 184 cm. Darin stecken 1 cm Nahtzugabe an beiden Längsseiten, je 2 cm Saum an den schmalen Enden und 20 cm für den Einschlag. Für 80 × 80 cm wird das Stück 82 × 184 cm groß.

  1. Beide schmalen Enden doppelt je 1 cm einschlagen und absteppen.
  2. Den Stoff mit der rechten Seite nach oben hinlegen. Ein Ende 80 cm umklappen, rechts auf rechts.
  3. Die 20 cm, die am anderen Ende überstehen, darüberklappen.
  4. Beide Seiten mit 1 cm Nahtzugabe durch alle Lagen steppen und versäubern.
  5. Wenden, Ecken ausformen, Kissen hinein. Die Lasche liegt jetzt innen und hält das Kissen fest.

Wasch den Stoff vorher, damit er nicht erst im fertigen Bezug einläuft. Er sollte die Temperatur vertragen, bei der du deine Bettwäsche wäschst.

Gleich schön, nicht gleich

Ein gutes Kissen merkt man nicht. Man legt sich hin, der Kopf liegt, und am Morgen hat der Nacken nichts zu berichten. Dass das Kissen nebenan ganz anders aussieht, ist dabei völlig in Ordnung. Das Bett sieht trotzdem schön gemacht aus. Also: Schlafposition prüfen, Gramm vergleichen, Probe liegen. Und dann: Gute Nacht, Nacken!

Quellen

Deine Gedanken dazu

Schreib Tante Ema, was du denkst – dein Kommentar erscheint nach einer kurzen Prüfung hier.

Weitersagen lohnt sich

Wenn dir der Beitrag gefällt, freut sich Tante Ema doppelt, wenn du ihn weiterreichst.

Pinterest-Karte: Tante Ema