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Tante Emas Frühstückssuppen

Warm frühstücken, wie es früher ganz normal war

Tante Ema schöpft dampfende Frühstückssuppe in eine blaue Tasse, umgeben von Gläsern und Gemüse

Auf einen Blick

  • 2 EL

    Paste kommen nach unten ins Glas.

  • 300 ml

    kochendes Wasser, dann fünf Minuten mit Deckel.

  • 5 Minuten

    morgens — mehr Zeit braucht das Glas nicht.

  • 3 Tage

    sobald etwas Frisches drinliegt.

  • wochenlang

    ein Glas mit nur Getrocknetem.

Irgendwann hat jemand dem Frühstück die Wärme weggenommen.

Jahrhundertelang stand morgens ein Topf auf dem Herd. Mehlsuppe, Brotsuppe, Habermus — was eben da war. Dann kam das Müsli. Seitdem essen wir morgens Kaltes aus dem Kühlschrank und wundern uns, warum wir danach frieren.

Wir holen den Topf zurück. Allerdings in bequem: Das meiste steht schon fertig im Glas, und morgens kommt nur noch heißes Wasser darauf.

Ein warmer Start in den Tag: dampfendes Suppenglas mit Karotte, Zucchini und Babyspinat, daneben ein roter Wecker

Warum ausgerechnet Suppe

Bei uns zu Hause kann niemand einfach essen, was auf den Tisch kommt.

Der eine verträgt dies nicht, die andere jenes. Kein Weizen, keine Milch, keine Eier, und bei den Nüssen muss ich jedes Mal kurz nachdenken, welche gerade für wen. Wer so kocht, kennt das Gefühl: Man steht morgens vor dem Kühlschrank und rechnet, statt einfach zu frühstücken.

Brot fällt bei uns aus. Porridge mag ich nicht.

Und bevor das jemand falsch versteht: An der Konsistenz liegt es nicht. Pürierte Suppen mag ich sehr. Es ist wirklich nur Porridge.

Damit blieb morgens nicht mehr viel übrig. Irgendwann saß ich da und habe überlegt, was eigentlich noch geht, wenn Brot, Müsli und Porridge alle raus sind. Die Antwort war albern naheliegend. Suppe. Darauf kommt nur niemand, weil morgens keiner an Suppe denkt.

In einer Suppe sieht man außerdem, was drin ist. Man kann für jeden etwas anderes hineinlegen, ohne dreimal zu kochen. Bei uns steht jetzt morgens dasselbe Glas auf dem Tisch, nur füllt es jeder ein bisschen anders.

Und noch etwas, das nicht für alle wichtig ist, für manche aber sehr: Eine Suppe aus Gemüse, Fett und Eiweiß lässt den Blutzucker ruhig, ein Brötchen tut das nicht. Bei mir war das einer der Gründe.

Der Suppenglas-Baukasten

Noch nichts gewählt — such dir eine Paste aus.

Ein Glas hat drei Schichten. Unten die Paste, darüber die Einlage. Das Knusprige kommt extra — sonst ist es morgens weich, und dann kann man es auch gleich weglassen.

Such dir aus, was du magst. Unten steht dann, was du tun musst.

Dein Suppenglas-Baukasten in drei Schichten: unten die Paste, in der Mitte Gemüse und Einlagen, oben das Knusper-Topping
1. Die Paste — davon kommen zwei gehäufte Esslöffel ins Glas

Die Pasten stehen in drei Gruppen — erst die kräftigen, dann die milden, dann die hellen. Innerhalb jeder Gruppe alphabetisch.

Alles beginnt mit der Paste: drei WECK-Gläser mit Kürbis-Kurkuma, Paprika-Miso und Zucchini-Petersilie, 2 gehäufte Esslöffel ins Suppenglas
2. Die Einlage — höchstens vier, sonst wird es ein Eintopf

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Buntes für dein Suppenglas: Karotte fein gerieben, Zucchini hauchdünn, Babyspinat und frische Kräuter auf dem Schneidebrett
3. Das Knusprige — kommt erst morgens darüber

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Das Knusperfinale: Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne und Kokoschips — separat aufbewahren, erst zum Schluss darüber

Tante Emas Tipp: Ein bisschen Knusper auf Vorrat

Geröstete Kürbiskerne in einer türkisen Pfanne mit feinen Dampfschwaden, daneben ein verschlossenes Vorratsglas mit denselben Kernen, zwei türkis gepunktete Schälchen mit Kokoschips und Sesam

Manchmal fehlt der Suppe nur noch ein kleiner Knuspergruß. Geröstete Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Sesam oder Kokoschips bringen Biss mit – und ihre Röstaromen runden die Suppe perfekt ab. Mach ruhig ein bisschen mehr: Gut ausgekühlt und richtig verpackt hält sich dein Knuspervorrat prima für die nächsten Suppentage.

So wird’s goldrichtig

Gib die Kerne in eine trockene Pfanne ohne zusätzliches Öl und röste sie bei mittlerer Hitze. Eine dünne Schicht reicht; bei größeren Mengen lieber mehrere Durchgänge machen. Regelmäßig umrühren oder die Pfanne schwenken, damit alles gleichmäßig bräunt.

Auch Sesam und ungesüßte Kokoschips lassen sich wunderbar rösten. Dafür lieber etwas weniger Hitze nehmen und besonders gut aufpassen: Gerade Kokos wird schnell dunkel. Röste die Sorten am besten einzeln, denn sie brauchen unterschiedlich lange.

Sobald es nussig duftet und die ersten goldenen Stellen zu sehen sind, alles auf einen Teller geben. In der heißen Pfanne würde es weiterbräunen. Also: kurz dabeibleiben – die Wäsche kann warten, der Sesam eher nicht.

Ab ins Vorratsglas

Erst vollständig auskühlen lassen, dann in ein sauberes, trockenes und luftdicht schließendes Glas füllen. Kühl, trocken und dunkel aufbewahren. Ein kleiner Wochenvorrat ist eine gute Menge. Immer mit einem trockenen Löffel entnehmen und frische Kräuter oder andere feuchte Zutaten erst beim Servieren dazugeben.

Den Knusper erst kurz vor dem Essen über die Suppe streuen. Schließlich soll er seinem Namen alle Ehre machen!

Drei fertige Gläser

Drei, nicht dreißig: eins für dunkle Morgen, eins für leichte Tage, eins für lange Vormittage. Diese drei haben sich über Monate bewährt. Tipp eines an — es steht gleich unten im Suppen-Baukasten, und du kannst es behalten oder umbauen.

  • Fertig gebautes Suppenglas: Das rauchige Glas

    Das rauchige Glas

    Paste: Paprika-Miso · Einlage: Steinpilze, getrocknete Tomaten, Lauch · Knusper: Kürbiskerne

    Das Glas für dunkle Morgen. Es hält lange, weil nichts Frisches drin ist — du kannst dir sonntags gleich sechs davon in den Schrank stellen.

  • Fertig gebautes Suppenglas: Das helle Glas

    Das helle Glas

    Paste: Fenchel-Zitrone · Einlage: Zucchini, Babyspinat, Kräuter · Knusper: Sonnenblumenkerne, Kräuteröl

    Für die Tage, an denen es nicht schwer sein soll. Frisches Gemüse hält drei Tage im Kühlschrank, nicht länger — dieses Glas machst du also für die halbe Woche, nicht für den Monat.

  • Fertig gebautes Suppenglas: Das sättigende Glas

    Das sättigende Glas

    Paste: Kokos-Limette · Einlage: Shiitake, Karotte, Hähnchenbrust · Knusper: Kokoschips, Sesam

    Wenn der Vormittag lang wird. Das Fleisch brätst du am Vorabend und legst es morgens obendrauf — dann bleibt es in Scheiben statt in Fetzen.

Was im Glas nicht funktioniert

Heißes Wasser gart nicht. Es weicht nur ein. Das ist der ganze Trick und gleichzeitig die ganze Grenze.

Alles, was hart ist und Hitze braucht, muss vorher gekocht sein: Blumenkohl, Brokkoli, Kürbis, Wurzelgemüse, Kartoffeln, rohes Fleisch. Wenn du das trocken ins Glas legst, hast du morgens lauwarmes Wasser mit rohem Gemüse darin. Kein schöner Start in den Tag.

Getrocknete Pilze, getrocknete Tomaten, Blattgemüse und alles, was du hauchdünn schneiden kannst, gehen dagegen mühelos.

Und eine Rechnung, die man sich merken kann: Sobald etwas Frisches im Glas liegt, sind es drei Tage. Ein Glas mit Paste und nur Getrocknetem steht wochenlang.

Und wenn du einfach kochen willst

Das Glas ist der bequeme Weg, nicht der einzige.

Du kannst jede dieser Suppen auch ganz normal am Vorabend kochen, pürieren und morgens nur noch warm machen. Dann bist du an nichts mehr gebunden: kein hauchdünnes Schneiden, kein Vorgaren, keine Frist im Hinterkopf. Eine fertig gekochte Suppe hält im Kühlschrank ohnehin länger als ein Glas mit frischem Gemüse darin.

Wie man solche Suppen so kocht, dass sie morgens tragen und trotzdem nicht schwer im Magen liegen, ist ein Thema für sich. Das kommt in einem eigenen Beitrag.

Die Gläser

Ein türkisfarbener Teekessel und ein leeres Weck-Glas mit zwei blauen Schneeflocken. Zwischen beiden führt ein rot gestrichelter Pfeil, der von einem großen roten X durchgestrichen ist. Auf einem Notizzettel steht: Kein kochendes Wasser ins kalte Glas.

Ich nehme Weck-Gläser. Die Schmuckgläser mit der bauchigen Form, und die Tulpengläser gehen genauso gut.

Für morgens ist 560 ml die richtige Größe. Da passt die Paste hinein, die Einlage und 300 ml Wasser, und es bleibt noch Luft zum Umrühren. Die kleinen mit 220 ml sind zum Aufgießen zu klein, aber genau richtig für die Paste im Vorrat. Und wenn du eine große Menge Paste auf einmal machst, nimmst du das große mit 1062 ml.

Das Glas darf in die Spülmaschine und in die Mikrowelle und hält Temperaturen bis 180 Grad aus.

Eine Sache habe ich mir angewöhnt: Das Glas hole ich aus dem Kühlschrank, bevor ich den Wasserkocher anstelle. Dann steht es die paar Minuten, die das Wasser braucht, und der Sprung von eiskalt auf kochend fällt weg. Und ich gieße nicht mit Schwung mitten hinein, sondern erst einen Schluck, kurz warten, dann den Rest.

Zweitens: Der weiße Frischedeckel aus Kunststoff kommt bei mir nicht auf das heiße Glas. Ich nehme den Glasdeckel mit Gummiring und zwei Klammern, oder einen Holzdeckel.

Unbezahlte Werbung: Die Gläser gibt es zum Beispiel bei weckglaeser.com

Beipackzettel

Miso ist fermentierte Sojapaste und bringt Salz und Tiefe gleichzeitig mit. Wer es nicht mag, nimmt stattdessen einen Teelöffel Salz und einen Schuss Sojasauce — wenn es glutenfrei sein soll, Tamari.

Getrocknete Steinpilze sind der günstigste Weg zu Brühengeschmack ohne Brühwürfel. Eine kleine Tüte hält ein halbes Jahr.

Das Fett gehört in die Paste, nicht obendrauf. Es bindet, es macht satt und es trägt den Geschmack. Ohne Fett schmeckt so eine Suppe morgens dünn, und dann hat man nach einer Stunde wieder Hunger.

Wenn du magst, stell dir am Sonntag drei Gläser hin. Dann steht der Montagmorgen schon fertig im Schrank und muss nur noch heiß gemacht werden.

Dazu passt